Buchtipps

Bt_01

Bücher sind eine fabelhafte Art und Weise, Informationen in Wort und Bild zu transportieren. All diejenigen unter Ihnen, die noch mit Langspielplatten groß geworden sind, erinnern sich wahrscheinlich noch an die Enttäuschung, die durch die Betrachtung eines CD-Booklets entstand. Vorbei war es mit dem Genuss von Cover-Art in angemessener Größe. Ähnlich ist es mit Fotografien. Das Internet ist voll davon aber wir können uns nie sicher sein, ob die Wiedergabe von der Veröffentlichungsseite richtig gehandhabt wurde und auf Millionen von unprofilierten Monitoren sehen diese Fotografien jeweils anders aus. Bei einem Buch können natürlich auch Produktionsfehler auftauchen, die im normalen Entstehungsprozess (self-publishing sei hier mal ausgenommen) aber wahrscheinlich seltener vorkommen, da einfach mehr Menschen draufschauen. Hinzu kommt bei einem Buch die Haptik, je nach Aufmachung die Wertigkeit und die Gewissheit es im eigenen Bücherregal zu finden. Und das bei Stromausfall, fehlendem Internetzugang und Computerabsturz. Ich liebe meine Bücher und drei davon möchte ich Ihnen heute ans Herz legen. Sie sind alle noch antiquarisch erhältlich und sind wegen ihrer Einzigartigkeit immer viele Blicke wert.

Arnold Crane – On the Other Side of the Camera

Crane

Arnold Crane (1932 – 22.11.2014) war ein amerikanischer Fotograf, der sich weitestgehend der journalistischen Fotografie widmete. Eines seiner großen Projekte war das Fotografieren von Fotografen. So entstanden Bilder, die den Großen der Fotografie beiwohnten. Paul Strand beim Einkaufen oder beim Boule, Walker Evans am Telefon, Ansel Adams in seiner geliebten Landschaft und in der Dunkelkammer sowie Garry Winogrand in den Straßen von Chicago und New York. Jedem von 24 Fotografen sind mehrere Seiten gewidmet, die auch jeweils eine Kurzbiografie beinhalten. Eine wirklich sehr schöne Erinnerung an die Einflussreichen unserer Zunft.

William Eggleston – Ancient and Modern

Eggleston

William Eggleston (*27.07.1939) gilt als Wegbereiter der künstlerischen Farbfotografie. In Memphis, Tennessee geboren, widmete er sich in seiner Fotografie zunächst dem amerikanischen Süden, weitete seinen Arbeitsbereich aber dann auf die gesamte USA und Europa aus. Zu Anfang wurde seine Ausstellung im MOMA New York, die John Szarkowski kuratierte, sehr zwiespältig von der Kritik aufgenommen. Manchmal dauert es eben, bis die Kritiker verstehen und so hinterließ Eggleston seinen Einfluss bei zahlreichen Fotografen, die ihm chronologisch folgten. Schauen Sie sich Eggleston an und Sie werden seinen Umgang mit Farbe in Unmengen neuerer Fotografien wiederfinden.

Ferit Kuyas – Industrielle Innenwelten

Kuyas

Ferit Kuyas (*1955) ist einer Schweizer Fotograf, dessen Schwerpunkte in der Architekturfotografie (er studierte Architektur) und in der Industriefotografie liegen. Das hier vorgestellte Buch zeigt eine Sammlung alter Industrieorte, die durch ihre Ästhetik und ihren Tonwertreichtum absolut durch die Decke gehen. Das ist Schwarzweißfotografie auf allerhöchstem Niveau. Tauchen Sie ein in eine Welt von fein abgestuften Grauwerten in der Metall glänzend, Staub mehlig und Holz so rau wirkt, dass man beim Betrachten Angst bekommt, sich einen Splitter einzufangen.

Schreiben Sie einen Kommentar...

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.