Das Einstelllicht an Blitzanlagen

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Im Gegensatz zu Systemblitzgeräten verfügen Blitzanlagen in der Regel neben der Blitzröhre über ein Einstelllicht. Welche Arten es gibt, welche Bedeutung die Leistung des Einstelllichts hat und warum manchmal sogar mit dem Einstelllicht fotografiert wird, erfahren Sie in dem heutigen Artikel.

Blitzröhre und Einstelllicht

Auf dem Beitragsbild sehen Sie die klassische Anordnung von Blitzröhre und Einstelllicht. Die Blitzröhre hat die Form eines Omega-Zeichens und in ihrem Zentrum befindet sich genügend Platz für die Platzierung eines Einstelllichts. Dieses ist stabförmig ausgebildet und in diesem Fall eine Halogenstiftsockellampe, die fest in einen E27-Adapter verbaut und mit einer matten, zylindrischen Glaskuppel überzogen wurde.

Die Leistung des Einstelllichts

Wie der Name schon sagt, dient das Einstelllicht dazu, bei genügend Helligkeit am Motiv, Einstellungen an der Kamera vornehmen zu können. Je heller die Szenerie ist, desto genauer können Sie das Bild im Sucher oder bei Großformatkameras auf der Mattscheibe betrachten. Wenn Sie in einem abgedunkelten Studio arbeiten, kommen Sie mit weniger Leistung zurecht als in Situationen, in denen starkes Umgebungslicht vorherrscht. In erstgenanntem Fall sind 100 Watt Einstelllicht gerade so erträglich, 200 – 300 Watt funktionieren gut und 600 Watt + sind hervorragend. Wohlgemerkt, es geht hier um die Leistung des Einstelllichts und nicht der Blitzanlage. Leider ist es so, dass Blitzanlagen, die über ein leistungsstärkeres Einstelllicht verfügen, teurer sind als Anlagen mit weniger starkem Einstelllicht.

Der Typ des Einstelllichts

Einfachere Anlagen sind meist mit Glüh- oder Kryptonlampen ausgestattet, die Mittel- und Oberklasse wartet am häufigsten mit Halogenleuchtmitteln auf. In moderneren Anlagen findet man immer öfter auch LED-Leuchtmittel, die vor allem wegen ihrer langen Haltbarkeit und ihrer Langzeitfarbstabilität beliebt sind. Beim Kauf einer Anlage sollten Sie darauf achten, dass keine exotischen Leuchtmittel verwendet wurden. Weit verbreitet und überall im Markt erhältlich sind Halogenstiftsockellampen. Seit einiger Zeit gibt es zum Beispiel das oben beschriebene Halogenleuchtmittel von Osram mit 250 Watt nicht mehr, dass in vielen Elinchrom Anlagen als Einstelllicht verwendet wurde (siehe Beitragsbild). Als Ersatz dient nun ein ähnliches Leuchtmittel mit klarer Glaskuppel und nur noch 205 Watt. Die Lichtausbeute der beiden Leuchtmittel ist sehr ähnlich, so dass der Unterschied bei der Beurteilung der Lichtsituation nicht allzu groß ausfällt.

Die Art des Einstelllichts

Unter den verschiedenen Arten des Einstelllichts finden Sie manuelles, manuell steuerbares, proportionales und proportionales Einstelllicht mit voller Leistung. Das manuelle Einstelllicht lässt sich nur ein- und ausschalten. Damit ist es maximal zur Einstellung der Kamera nutzbar. Ein manuell steuerbares Einstelllicht lässt sich über feste Stufen (weniger gut) oder stufenlos an die Stärke der Blitzleistung anpassen. Dies muss vom Fotografen manuell geregelt werden und lässt im Grunde keine auch nur annäherungsweise Beurteilung der Helligkeitsunterschiede einzelner Blitzköpfe zu.

Proportionales Einstelllicht ist das am weitesten Verbreitete. Hier wird die Helligkeit des Einstelllichts proportional an die vorgewählte Blitzleistung angepasst. Ändern Sie die Blitzleistung, ändert sich automatisch das Einstelllicht. Dadurch wird eine ungefähre Beurteilung der Lichtverteilung in einem abgedunkelten Studio möglich. Bei starkem Umgebungslichteinfluss funktioniert die Beurteilung des zu erwartenden Ergebnisses jedoch immer schlechter, je höher der Umgebungslichteinfluss ist. Da dieses Umgebungslicht bei hoher Blitzleistung und entsprechend kleiner Blende im Foto nicht mehr sichtbar wird, bei der Beurteilung mit dem Einstelllicht aber einen Einfluss hat, weichen Lichtsetup und Aufnahmeergebnis voneinander ab.

Ein proportionales Einstelllicht mit voller Leistung finden Sie nur bei Blitzgeneratoren, da alle Lampenköpfe über das gleiche Gerät gesteuert werden. Dies funktioniert so, dass der Blitzkopf, dem die höchste Leistung zugeordnet wurde, ein Einstelllicht erhält, das mit voller Leistung leuchtet. Die anderen Einstelllichter werden dann proportional entsprechend der Leistung ihrer Blitzköpfe an diese hellste Stufe angepasst, um untereinander die gleichen Helligkeitsunterschiede zu produzieren, die auch die Blitzröhren erzeugen würden.

Fotografieren mit dem Einstelllicht

Eigentlich ist das Einstelllicht nicht zum Fotografieren gedacht. Im Studio wird es bei der Objektfotografie jedoch auch manchmal eingesetzt, wenn Bewegung im Foto eine Rolle spielt. Dann wird es entweder zum alleinigen Lichtgeber oder tritt in Kombination mit dem Blitzlicht in Aktion. Letztere Anwendung ist das Paradebeispiel für die Lichtmengensteuerung des Blitzes über die Blende und die Steuerung des Umgebungslichts durch die Verschlusszeit.

Messen und Begutachten

Wie Sie aus den vorher beschriebenen Wirkungsweisen erkennen können, ist die Einschätzung einer Lichtsituation nur ansatzweise über das Einstelllicht möglich. Die etwas andere Position des Leuchtmittels gegenüber der Blitzröhre, keine absolute Genauigkeit bei der Einschätzung der Verhältnismäßigkeit verschiedener Blitzköpfe und nicht mehr lieferbare Leuchtmittel sollten Sie in erster Linie dazu veranlassen, dem Einstelllicht die Bedeutung zukommen zu lassen, die es ursprünglich einmal hatte: Genug Licht für die Einstellung der Kamera bereitzustellen. Das Messen mit dem Blitzbelichtungsmesser bildet eine schnelle und genaue Grundlage, Blitzköpfe in das richtige Verhältnis zu setzen. Wenn Sie dann noch die Möglichkeit des Tethered Shootings, also die direkte Fotografie in einen Raw-Konverter nutzen, dann können Sie das endgültige Ergebnis an Ihrem Monitor hervorragend begutachten und beurteilen.

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