Die Goldene Stunde

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Im Laufe eines Tages verändert sich das Licht nicht nur durch wetterbedingte Einflüsse sondern auch durch den Sonnenstand. Eine besondere Lichtstimmung, die gleich zweimal täglich auftritt, ist die Goldene Stunde. Sie bringt warmes, weiches Licht mit langen Schatten hervor und ist in ihrer Wirkung malerisch und anheimelnd. Durch eine Farbgebung, die dem klassischen Sonnenuntergangsfoto entspricht, wird auch bei diesen Motiven häufig Kitsch attestiert. Die vielen erdigen Töne lassen aber bei den meisten Menschen eine Wohlfühlstimmung erwachen und schnell ist der Betrachter eines solchen Fotos in eine träumerische, Sehnsucht stillende Gefühlswelt entführt.

Zeit und Dauer der Goldenen Stunde

Zeit und Dauer der Goldenen Stunde sind im Laufe des Jahres unterschiedlich. Voraussetzung in allen Jahreszeiten ist jedoch die Präsenz der Sonne. Grundsätzlich spricht man von der Goldenen Stunde in einem Zeitfenster direkt nach Sonnenaufgang bzw. direkt vor Sonnenuntergang, das theoretisch betrachtet seine kürzeste Zeit zur Sommersonnenwende (weniger als eine Stunde) und seine längste Zeit zur Wintersonnenwende (länger als eine Stunde) hat. Dies ist durch die unterschiedlichen Sonnenstände bedingt. In der Realität ist aber gerade im sonnigen Sommerlicht auch die Zeit nach (morgens) oder vor (abends) der eigentlichen Goldenen Stunde mit ähnlichen Ergebnissen zu nutzen. Ihr Standort auf der Erde hat einen weiteren Einfluss auf die Dauer der Goldenen Stunde. Am Äquator ist sie am kürzesten und verlängert dann ihre Dauer, umso mehr Sie sich den Polen nähern. Die in einem anderen Beitrag erwähnten Apps und entsprechende Seiten im Netz geben Ihnen Informationen zu den Zeiten der Goldenen Stunde.

Die Entstehung des besonderen Lichts

Die Qualität des Lichts wird von vier Faktoren bestimmt. Diese sind Härte, Richtung, Farbe und Intensität. Das Licht der Goldenen Stunde entsteht durch den niedrigen Sonnenstand. Dabei durchdringt das Licht einen längeren Weg durch die Atmosphäre und dadurch werden die kurzwelligeren blauen Anteile des Lichts gefiltert und die längerwelligen roten und gelben Lichtanteile dringen durch. Damit ändert sich die Farbe des Lichts. Gleichzeitig entsteht eine Wiedergabe von geringerem direkten Licht und zusätzlich über den Himmel reflektiertes indirektes Licht mit hohem Anteil. Das macht das Licht weicher. Der Sonnenstand ist niedriger und bei dieser Lichtrichtung werden die Schatten länger. Schlussendlich nimmt die Intensität des Lichts ab, was uns zu bestimmten Aufnahmevoraussetzungen führt.

Aufnahmevoraussetzungen

Die beste Qualität erzielen Sie im RAW-Format bei niedriger ISO Zahl. Dies setzt oftmals den Einsatz eines Stativs voraus. Wenn Sie ein Stativ nutzen, schalten Sie den Bildstabilisator ab. Alternativ können Sie die ISO-Zahl gerade soweit heraufsetzen, dass Sie noch aus der Hand fotografieren können. Führen Sie einen manuellen Weißabgleich im Schatten durch (Color Checker oder andere Weißabgleichkarte). Damit korrigieren Sie ungewollte Farbstiche und zerstören nicht die vorherrschende Farbgebung.  Sollte eventuell doch eine Überkorrektur entstanden sein, können Sie diese im RAW-Konverter bei der Nachbearbeitung beheben.

Gerade in der Sommerzeit liegt die abendliche Goldene Stunde so spät, dass sie nach vollzogenem Abendbrot noch Gelegenheit für etwas Bewegung bietet.

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