Fotos in schlechtem Wetter mit Lightroom

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Die Aussage „Schlechtes Wetter gibt es nicht, es gibt nur die falsche Kleidung“ möchte ich hier einmal folgendermaßen abwandeln: „Schlechtes Fotowetter gibt es nicht, es gibt nur unzulängliche Bildbearbeitung“. Gestern hatten wir wieder das typische Ruhrgebietswinterwetter, das sich oft feucht und mit nieselndem Regen zeigt, wenn die Temperaturen über Null Grad liegen. Beste Voraussetzungen also, um Ihnen die Wandlung von einem grauen in ein stimmungsvolles Foto zu beschreiben.

Vorüberlegungen zur Aufnahme

Um der Eintönigkeit der grauen Stimmung zu entfliehen, wollte ich etwas aufnehmen, das zumindest ansatzweise etwas Farbe beinhaltete. Im Stadtgarten wurde ich fündig. Das gelborangene Schilfgras und das Grün in Fichten, Sträuchern und Rasen reichten mir aus, um über eine zusätzliche Farbgebung im Himmel und im Wasser das visualisierte Ziel zu erreichen. Das Raw-Ausgangsfoto, so wie es aus der Kamera kam, sehen Sie hier:

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Die Bearbeitung

Alles war hier etwas dumpf und matt und nach der ersten Entwicklung mit den Werten Lichter: -100, Belichtung: -0,34, Tiefen: +57, Weiß: +20 und Schwarz: -28 sah das Foto dann so aus:

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Allzu viel war noch nicht geschehen, die Tonwerte kamen aber schon differenzierter. Nun wollte ich mich dem Himmel und dem Vordergrund widmen. Dazu legte ich jeweils einen Verlauf vom Rand zur Mitte an. Beim Himmel endete der Verlauf auf der Mitte der Höhe der Bäume im Hintergrund und im Wasser endete er kurz vor den Enten.

Beim Himmelsverlauf nahm ich bei gedrückter Alt-Taste den Verlauf mit dem Korrekturpinsel im Bereich der Bäume zurück und setzte die Belichtung auf -1,49 und die Lichter auf -100. Den Verlauf im Wasser reduzierte ich in der Belichtung auf -1,56.

Jetzt wirkte das Ganze schon etwas besser und sogar die bereits vorhandenen Farben wirkten durch die abgedunkelte Umgebung kräftiger. Dann senkte ich die Klarheit auf -44 und setzte Dunst entfernen auf +32. Die Schärfung verstärkte ich auf 60, nahm aber den Radius auf 0,8 zurück.

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Jetzt fehlte noch die abschließende Farbgebung. Dazu wechselte ich in den HSL Bereich und modifizierte die Luminanz wie folgt: Orange +74, Grün +78, Blau -28. Die Sättigungswerte veränderte ich folgendermaßen: Orange +6, Grün +80 und Blau +74.

Ich maskierte den Himmel und das Wasser mit dem Korrekturpinsel und fügte beim Himmel eine Farbe von 230 bei einer Sättigung von 48 % zu. Beim Wasser wählte ich die gleiche Farbe setzte die Sättigung aber auf 32 %, da die Farbe in der Reflexion schwächer kommen sollte. Zusätzlich reduzierte ich die Klarheit auf -86, um die verträumte Stimmung noch etwas zu steigern. Das Ergebnis sehen Sie im folgenden Foto.

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Abschließen unterzog ich das Foto noch einer Teiltonung mit den Werten Farbton 45 und Sättigung 32 für die Lichter und Farbton 224 und Sättigung 9 für die Schatten. Sie sehen zum Abschluss das Ausgangsfoto noch einmal, um die beiden Fotos besser vergleichen zu können:

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Mein Rat zum Abschluss: Gehen Sie raus, machen Sie Fotos. Schlechtes Wetter ist nur eine Ausrede. Übrigens: Das Schreiben dieses Beitrags hat länger gedauert als die Erstellung und die Bearbeitung des Fotos.

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