Ein Bild – Drei Looks

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Die Möglichkeiten, die Sie heute haben, Fotos zu verändern sind absolut vielfältig und faszinierend. Modifikationen, die in der analogen Dunkelkammer Stunden, wenn nicht sogar Tage gedauert haben, lassen sich heute innerhalb von Sekunden realisieren. Am Beispiel eines Fotos aus der High Street in Tenterden möchte ich Ihnen das demonstrieren.

Das Ausgangsfoto

Entstanden ist das Foto am Abend des 25. April 2009. Das war der Vorabend eines Bob Dylan Konzerts im Londoner Roundhouse, zu dessen Besuch ich von Sony und WDR eingeladen war. Das abgebildete Café Rouge hieß früher „The Eight Bells“ und war zu diesem Zeitpunkt der Treffpunkt des Tenterden Folk Club, in dem ich als Musiker häufiger zu Gast sein durfte. Es sollte also ein Erinnerungsfoto an einem Musikwochenende werden und die abendliche Sommerstimmung trug maßgeblich dazu bei, dass der Charme der vergangenen Tage bei mir eine innerliche Wärme erzeugte. Zum Zeitpunkt der Entstehung hätte ich das Foto nicht verändern können, da es in jeder Hinsicht die Stimmung der damaligen Zeit wiedergab. Heute, fast 10 Jahre später, kann ich mit dem entstandenen emotionalen Abstand freier mit diesem Foto umgehen und mit der Wiedergabe spielen. Wie gesagt entstand das Foto in den Abendstunden zur „Golden Hour“. Die Kamera hatte den Weißabgleich jedoch nicht vernünftig hinbekommen. Das Raw, das aus der Kamera kam, sehen Sie in der folgenden Abbildung.

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Es wirkte nicht so, wie ich es empfunden hatte. Dazu musste ich noch an den Reglern drehen. Die Entwicklung, die ich dann an diesem Raw vornahm, sehen Sie im folgenden Screenshot.

Screen01

Daraus resultierte dann das folgende Foto.

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Diese Foto repräsentiert das Licht und die Stimmung, die mir beim Entwicklungsvorgang in Erinnerung war und gibt sehr gut den Gesamteindruck der Szenerie wieder. Nachdem ich das Foto gestern dann wieder betrachtete, stellte ich mir einen etwas nostalgischen Farblook vor, den ich mit folgenden Einstellungen erreichen konnte.

Screen02

Das Foto wurde stark auf Kontrast entwickelt und dann mit der Teiltonung bearbeitet, um den Vintage-Look der folgenden Aufnahme hervorzubringen.

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Als ich das Ergebnis betrachtete musste ich durch die scheinbar zurückgenommene Sättigung sofort an schwarzweiß denken. Also probierte ich eine Schwarzweißkonvertierung mit den neuen Profilen in Lightroom. Dabei griff ich auf das Profil „S/W 07“ zurück und legte noch eine leicht wärmere Wiedergabe mit einem schönen Gruß an die Originalbearbeitung an. Einstellungen und Ergebnis sehen Sie in den folgenden Abbildungen.

Screen03

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Da ich mich jetzt gar nicht so recht zwischen diesen Bearbeitungen entscheiden kann, werde ich eine Montage mit allen dreien anfertigen und diese in einen Panoramarahmen packen. Die Erinnerungen wollen befriedigt werden.

 

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