Schnell jpgs aus Raw erstellen

IJFR

Wer wie ich überwiegend mit Raw-Dateien arbeitet, macht dies meist wegen der besseren Qualität bei gewünschter Nachbearbeitung. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass jpgs benötigt werden. Sei es für einen Kunden zur schnellen Übermittlung bei einer Auftragsabwicklung, direkte Dokumentation für Modelle bei einer Aufnahmesession oder den schnellen Upload für Facebook, Instagram und Co. Jeder Raw-Fotograf denkt nun, dass er dafür ja seinen Raw-Konverter hat, die Lösung über das kleine Programm, dass ich Ihnen hier vorstellen möchte, ist aber nicht nur schneller.

Instant JPG from Raw

So heißt das Programm und wurde von Michael Tapes und Imagenomic entwickelt. Michael Tapes stellt die wirklich guten Weißabgleichskarten WhiBal her und Imagenomic ist für die exzellente Rauschreduzierungssoftware Noiseware bekannt. Das Programm ist klein und unscheinbar und legt sich nur im Kontextmenü mit dem Eintrag Instant JPG from RAW ab. Sie führen also nach der Installation nur einen Rechtsklick auf eine oder mehrere markierte Dateien aus und wählen den Eintrag. Es erscheint ein kleiner Dialog, der Ihnen einige wenige Einstellungen ermöglicht.

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Sie können wählen, ob Sie die Größe extrahieren wollen, die wirklich in der Raw-Datei vorhanden ist oder Sie können sich auch für kleinere, einstellbare Größen entscheiden. Die Option Add suffix hängt den Anhang IJFR an den existierenden Dateinamen an. Bezüglich des Speicherorts können Sie noch angeben, ob die jpgs im Raw-Ordner oder in einem extra Ordner innerhalb des Raw-Ordners abgelegt werden sollen. Über die Schaltfläche Save können die vorgenommenen Einstellungen gespeichert werden. Beim Klick auf  Extract passiert das Entscheidende. Das Programm extrahiert das Voransichtsbild aus der Raw-Datei. Dieses Voransichtsbild hat nicht unbedingt die gleiche Größe wie ein jpg, das mit der gleichen Kamera fotografiert wurde, ist aber so entwickelt, wie es die von Ihnen vorgegebenen jpg-Einstellungen an Ihrer Kamera vorsehen. D.h., dass Sie ein jpg erhalten, dass so entwickelt ist, wie es die kameraeigenen Algorithmen entstehen lassen. In jedem Raw-Konverter entwickeln Sie das Raw mit den Algorithmen des Konverters und exportieren dann ein jpg.

Auch wenn die Größe dieser extrahierten jpgs nicht immer an die eigentliche Aufnahmegröße herankommen, so ist sie doch für die eingangs benannten Anwendungsmöglichkeiten völlig ausreichend. Ich habe Ihnen im Folgenden beispielhaft ein paar Auflösungen von Extraktionen verschiedener Kameras aufgelistet:

  • Canon 5D 2496 x 1664 Pixel
  • Canon 5D MKIII 5760 x 3840 Pixel
  • Nikon D800E 7360 x 4912 Pixel
  • Nikon D2X 4288 x 2848 Pixel
  • Sony a7S 1616 x 1080 Pixel
  • Sony a7RII 1024 x 683 Pixel (aus DNG extrahiert)

Die Extraktionen werden schnell erstellt. Bei der Nikon D800E hat es schon ein wenig gedauert, da sind aber auch die Raw-Dateien ca. 38 MB groß. Wenn Sie Interesse an dem kleinen Programm haben, dann können Sie es sich bei Michael Tapes herunterladen.

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