Weichzeichner digital

In Anlehnung an meinen Beitrag zu analogen Weichzeichnern möchte ich hier einen Überblick über die meistgenutzten digitalen Weichzeichner geben. Die Unterschiede zwischen diesen beiden Arten der Weichzeichnung sind auch nach aktuellem Stand der Softwareentwicklung immer noch vorhanden obwohl eine vergleichbare Annäherung erfolgt ist. Die digitalen Weichzeichner bieten auf jeden Fall den Vorteil, dass sie im nachhinein angewendet werden können.

Der Gaußsche Weichzeichner

Der weitverbreitetste digitale Weichzeichner ist der Gaußsche Weichzeichner. Er sucht nach Kontrastkanten und vollzieht eine Weichzeichnung über einen einstellbaren Radius.

Der Radius bestimmt, wie breit die Weichzeichnung, ausgehend von der Kontrastkante, ausgeführt wird. Im obigen Beispiel sehen Sie bei einer Radiusbreite die Ausdehnung von einem Pixel in beide Richtungen der Kontrastkante, so dass mit dem Überganspixel insgesamt drei Pixel weichgezeichnet sind.

Matter machen

Der Filter Matter machen ist durch den Regler Schwellenwert in der Lage, festzulegen ab welchem Kontrastunterschied eine Weichzeichnung eintreten soll. Eigentlich läge der Schwellenwert für eine schwarze und weiße Fläche bei 127/128, tritt aber schon etwas früher ein. Warum, können nur die Softwareentwickler beantworten. Durch die Festlegung eines Schwellenwerts können die Ausdehnungen der Weichzeichnung auf entweder Flächen oder Kontrastkanten bezogen in die eine oder andere Richtung verstärkt werden.

Box-Weichzeichnung

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Die Darstellung der Box-Weichzeichnung wird bei einem etwas höheren Wert deutlich. Die Weichzeichnung findet an Kontrastkanten in einer durch den Radius-Regler festgelegten Breite statt. Anders ist jedoch der Übergang in die nicht berücksichtigten Bildteile. Er findet nicht in einem vollständig weichen Auslauf statt sondern endet nach der vorgegebenen Pixelzahl.

Weiches Licht

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Weiches Licht zeichnet die Kontrastkanten weich indem der Kontrast herabgesetzt wird. Dies kann nur entstehen indem die dunkleren Seiten der Kontrastkanten aufgehellt werden. Wie Sie sehen, bleibt die eigentliche scharfe Kante erhalten.

Classical Soft Focus der NIK-Filter

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Der Classical Soft Focus in Color Efex Pro der NIK-Filter kommt in zwei Ausführungen daher, die jeweils in drei Formen als Grundeinstellungen vorliegen. Somit gibt es drei Weichzeichner- und drei Diffusionsfilter, die alle noch in Stärke und Helligkeit sowie in der Ausbreitung durch Regler verändert werden können. Stärke und Helligkeit sind selbsterklärend und die Ausbreitung hätte besser als Körnung betitelt werden sollen, da dies den visuellen Effekt besser beschreibt.

Oben sehen Sie einen Weichzeichner, der scheinbar eine Mischung aus scharfem Kernbild und weichgezeichneter Überlagerung darstellt.

Unten ist der Diffusionsfilter des Classical Soft Focus zur Anwendung gekommen. Hier offenbaren sich jetzt auch die Unterschiede zwischen  der Weichzeichnung und der Diffusion.

Bei der Weichzeichnung bluten die Lichter stärker in die Schatten und bei der Diffusion ist es genau umgekehrt. Deshalb wird der Helligkeitsregler in den Diffusions-Modi häufiger als in der Weichzeichnung zum Einsatz kommen.

Abschließend noch ein Tipp für diejenigen unter Ihnen, die den David Hamilton-Look nachbauen wollen. Wählen Sie Classical Soft Focus der NIK-Filter. Dort entscheiden Sie sich unter Methode für den Soft Focus 2 im Dropdown-Menü und regeln die Ausbreitung nach Geschmack.

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