Farbige Hintergründe mit Lichtfiltern

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Das Einfärben von Hintergründen mit Folienfiltern erweitert die Möglichkeiten der Gestaltung. Die Meinungen zur unbeeinflussten Hintergrundfarbe gehen dabei auseinander. Immer wieder hört man von der Erhöhung der Farbsättigung bei schwarzen oder dem Ausbleichen bei weißen Hintergründen. Wie es wirklich funktioniert, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Ein kleiner Ausflug ins Zonensystem

Die Bedingungen für eine ordentliche Farbwiedergabe sind von unterschiedlichen Voraussetzungen abhängig. Beginnen wir mit der Messtechnik. Leider sind die Messzellen in den Belichtungsmessern von farbneutralem Licht abhängig. Jede stärkere Einfärbung des gemessenen Lichts führt zu Fehlmessungen. Dies möchte ich Ihnen an einem Beispiel aus den Zeiten der analogen Fotografie darstellen:

Beim Zonensystem, einem Kontraststeuerverfahren in der Schwarzweißfotografie, werden unterschiedliche Tonwerte im Motiv mit einem Spotbelichtungsmesser angemessen und den Tonwerten der Normskala zugewiesen. Ist eine Kontraststeigerung erwünscht, wird länger entwickelt bei einer Kontrastminderung wird die Entwicklungszeit verkürzt. All dies geschieht nach vorher durchgeführten Tests, die sowohl den ISO-Wert als auch die Entwicklungszeit des zu belichtenden Filmmaterials für die unterschiedlichen Kontrastkategorien hervorbringen. In diesem Zusammenhang haben wir mit 5 Fotografen Spotbelichtungsmesser getestet. Zum damaligen Zeitpunkt gab es einen Spotbelichtungsmesser von Pentax, der von der amerikanischen Firma Zone VI mit nachträglich eingebauten Filtern modifiziert wurde, dass er Farben messtechnisch so wiedergab, dass sie in Schwarzweißfilmen den richtigen Grauwerten entsprachen. Die angewandte Grauwertskala orientierte sich am Kodak TriX.

Bei unserem Test bestand die Härteprüfung bei der Messung darin einen Rotfilter vor den Spotbelichtungsmesser zu halten und auf eine rote Laborschale zu messen. Dies führten wir bei Tageslicht und bei Kunstlicht durch. Wir hatten vier Pentax/Zone VI Belichtungsmesser, einer davon analog, einen Minolta und einen Gossen Spotmaster 1. Die modifizierten Belichtungsmesser lieferten alle korrekte Belichtungsdaten die beiden anderen warteten mit eine Fehlmessung von 5!!! Blendenstufen auf. Das hätte zu einer kolossalen Fehlbelichtung geführt. Das Unwissen über diesen Umstand hat viele Artikel im Netz hervorgebracht, die das Zonensystem als fehlerhaft bezeichnen. Bei richtiger Anwendung funktioniert es aber tadellos.

Vorhandene Hintergrundfarbe, Folienfilter und Messtechnik

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Sie wissen nun, dass eine Messung farbigen Lichts für die meisten Belichtungsmesser zu Fehlmessungen führt. Nach meinem Wissen gibt es auch keinen Blitzbelichtungsmesser, der dieses Problem in den Griff bekommt. Wenn Sie jetzt noch darüber nachdenken, welche Grundfarbe die optimale Ausgangssituation für einen Farbauftrag bietet, dann sind Sie eigentlich schon am Ziel.

In obigem Bild wurde bei farbig projizierten Licht auf schwarzen Hintergrund gemessen (1). Man hätte den Farbfilter auch vor den Belichtungsmesser halten können, das Ergebnis wäre das Gleiche gewesen. Im nächsten Feld (2) wurde die Reflexion des weißen Lichts vom schwarzen Hintergrund gemessen und in den Belichtungsmesser wurde der Korrekturfaktor des Lichtfilterherstellers eingegeben. Bei Bild (3) wurde rot reflektiertes Licht auf weißem Hintergrund gemessen, also genau so wie bei (1) mit dem schwarzen Hintergrund und bei (4) wurde wieder die Reflexion des weißen Lichts mit dem Korrekturfaktor des Filterherstellers berücksichtigt.

Nur die Aufnahme (4) entspricht der Farbe des Folienfilters. Um also reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten, funktioniert nur die Methode mit dem Korrekturfaktor und dem weißen Hintergrund. Das wird durch die folgenden Fotos bestätigt.

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Hier fanden die Messungen von (1) – (4) genauso wie im obigen Beispiel statt. die Ergebnisse liegen hier näher beieinander, da der Korrekturfaktor für die roten Aufnahmen bei 1,4 und für die gelben Aufnahmen bei 0,1 lagen. Die Folienfilterhersteller Lee und Rosco geben die Korrekturfaktoren zu ihren Lichtfiltern an.

Weitere Möglichkeiten

Wenn Sie die richtige Ausgangsbelichtung gefunden haben, so wie in den obigen Beispielen unter (4) gezeigt, können Sie natürlich noch mit gewollten Unter- oder Überbelichtungen arbeiten:

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Die Nummer (1) entspricht der gemessenen Belichtung (weißer Hintergrund und Korrekturfaktor des Herstellers). Die Nummer (2) zeigt die Reduktion des Blitzgerätes um eine Blende und bei Nummer (3) wurde das Blitzgerät mit einer Blende Überbelichtung gezündet.

Und wenn es dann richtig bunt werden soll, gibt es die Möglichkeiten mehrere Filter miteinander zu kombinieren oder überlappende Streifen von Folienfiltern unterschiedlicher Farbe nebeneinander vor dem Hintergrundblitz zu montieren.

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