Photo + Adventure 2018 – Die Absage eines Vortrags

Fotobuehne01

Messen laufen in der Regel nie ohne irgenddwelche Zwischenfälle. Das, was ich auf der Photo + Adventure in der letzten Woche erlebt habe und warum ich meinen Vortrag abgesagt habe, erfahren Sie hier. Leider war es mir so nicht möglich, Leser dieses Blogs und meiner Bücher persönlich kennenzulernen und deshalb hoffe ich, dass es andere Gelegenheiten geben wird.

Da es sich bei meinem Vortrag um eine Life-Vorführung aus meinem letzten Buch handeln sollte, verabredete ich, dass ein Monitor zum Anschluss an meinen Rechner und ein W-LAN Zugang zur Verfügung stehen sollte. Eigentlich ganz einfach – dachte ich. Beides wurde mir zugesagt und ich verabredete mich mit meiner Lektorin auf der Messe, da wir uns im persönlichen Gespräch austauschen wollten.

Komme ich hier rein?

Ich traf kurz nach Mittag am Eingang der P+A ein, zeigte die mir vom Verlag übermittelte Eintrittskarte und wurde forsch mit den Worten konfrontiert: „Damit kann ich Sie nicht reinlassen, damit waren Sie gestern schon drin!“ Nach einigen Erklärungen zur Sache von meiner Seite teilte mir die Messemitarbeiterin mit, dass ich mich an die Tageskasse wenden solle.

An der Tageskasse erfuhr ich das gleiche Schicksal. Alle Äußerungen der Mitarbeiter unterstellten zunächst einmal, dass ich mir illegal Zugang zur Messe verschaffen wolle. Nachdem mir auch dort mitgeteilt wurde, dass man mir nicht helfen könne, verwies man mich an eine Infostelle, deren Standort man mir dann auch nach mehrmaligem Nachfragen erklärte.

Die Infostelle war ein halber Seecontainer, in dem sich weitere fünf Messemitarbeiter an vier Schaltern befanden. Nachdem ich der ersten Dame das Zugangsproblem geschildert hatte, wurde zunächst darüber diskutiert, ob ich ein Workshopanbieter oder ein Vortragender sei, obwohl ich während der Darstellung des Problems auch den Vortrag auf der Fotobühne erwähnt hatte. Als man sich im Container nun sicher war, dass ich ein Vortragender war, sagte man mir, dass ich mich an die Kollegin am nächsten Schalter wenden solle, die meiner augenblicklichen Ansprechpartnerin direkt gegenüber saß und, wie alle anderen Anwesenden im Container, die gesamte Unterhaltung mitverfolgt hatte. Wäre ich nicht mit meiner Lektorin verabredet gewesen, hätte ich spätestens jetzt die Veranstaltung verlassen. So wandte ich mich an die vierte Anlaufstelle.

Bekomme ich jetzt Zugang?

Diese Dame machte dann bereits besprochene Inhalte erneut zu einer Befragung. Sie sagte dass ich ja auch eine „falsche Eintrittskarte“ hätte. Nachdem ich ihr versicherte, dass die Eintrittskarte von meinem Auftraggeber stamme und vielleicht auch ein Fehler im EDV-System der Messe bestehen könne, verneinte sie dies vehement und teilte mir mit, dass am Vortag der gesamte Canon Stand „falsche Eintrittskarten“ gehabt habe. Darauf sagte ich nichts sondern verwies auf das Programmheft und fragte, ob Sie glaube, dass sich jemand einen Namen aus dem Veranstaltungsablauf heraussuche, um sich dann mit einem Rechner unterm Arm Zugang zur Messe zu verschaffen. Nachdem diese Dame dann auf meine Anregung ins Programmheft geschaut hatte und trotz Seitenangabe erst nach längerem Suchen den Eintrag fand, da sie vorrangig auf Seite 19 anstatt auf Seite 18 suchte, antwortete sie: „Ich weiß ja gar nicht, ob Sie Herr Hoppe sind!“

Ich erwiderte: „Wenn Sie mich nach meinem Personalausweis gefragt hätten, hätte ich Ihnen diesen gerne gezeigt.“ „Dann zeigen sie mal!“ war die Antwort. Als ich mit Hilfe des amtlichen Dokuments meine Identität bestätigt hatte, rief sie ihre Chefin an. Die teilte der Info-Dame mit, dass bereits Verlags-Mitarbeiter auf dem Messegelände wären und wies die Dame in der Infostelle an, einen Besucherpass auszustellen, mir den aber erst nach Identitätsbestätigung durch meine Lektorin zu übergeben. Also begaben wir uns in die Ausstellungshalle, um dieselbe dort zu treffen. Auf dem Weg zum Treffpunkt wurde ich praktisch bewacht. Es schien so, als hätte die Dame Angst, dass ich ihr mit meinem PC davonlaufe und im Dickicht der Menschenmassen untertauche. Da die vereinbarte Zeit des Treffens mit meiner Lektorin noch nicht erreicht war, schlug die Info-Dame vor, mich zunächst dem Bühnentechniker vorzustellen. Diesen ersten konstruktiven Vorschlag nahm ich gerne auf, musste aber zunächst ein intensives Zweiergespräch zwischen ihr und dem Bühnentechniker abwarten. Hier kann ich nur vermuten, dass sie ihm wahrscheinlich mitteilte, dass es sich bei mir höchstwahrscheinlich um einen Messeeintrittskartenverkaufspreispreller handele.

Erneute Ernüchterung

Das dann folgende kurze Gespräch mit dem Bühnentechniker war die erste nette Begegnung auf der P+A. Ein Monitor für meinen Rechner war nicht vorhanden (ehrlich gesagt hatte ich das jetzt auch nicht mehr erwartet), der Bühnentechniker versicherte aber, einen Monitor bis zum Beginn des Vortrags zu besorgen. Die nächste Hürde bahnte sich also an und nach allem vorher erlebten wollte ich dieser Aussage nicht so recht glauben schenken. Also teilte ich ihm mit, dass ich den Vortrag absagen wolle und dies mit meiner Lektorin besprechen würde, ihm aber kurzfristig eine Rückmeldung gäbe.

Nachdem ich meine Lektorin über die bisherigen Vorkommnisse und meine Entscheidung in Kenntnis gesetzt hatte, erwiderte sie, dass ich das Auftauchen des Monitors nach einem Tee vielleicht anders beurteilen würde. Dies konnte ich mir nach dem Erlebten nicht vorstellen und so teilte ich dem Bühnentechniker mit, dass ich für den Vortrag nicht mehr zur Verfügung stünde. Wir unterhielten uns noch kurz über Informationsverluste, wenn Bühnenanforderungen zu viele Fürstentümer durchlaufen und mir wurde auf einmal klar, warum der Berliner Flughafen immer noch nicht fertig ist. Kurz vor der Verabschiedung fragte ich noch nach dem W-LAN. Dies wurde mit den Worten „Auf der Bühne gibt’s kein W-LAN.“ beantwortet. Ich bedankte mich und fühlte mich einmal mehr in meiner Entscheidung bestätigt.

Die Photo + Adventure ist eine schöne Messe, die von ihrer Größe überschaubar an einem Wochenende ein schönes Programm bietet. Auch wenn in diesem Jahr weniger Aussteller vertreten waren, war sie nach meinem Eindruck doch gut besucht. Im nächsten Jahr soll die Messe an Pfingsten stattfinden. Mit der gewählten zeitlichen Nähe zur Photokina werden sich die Veranstalter jedoch keinen Gafallen tun. Aber oganisatorisch kämpft man ja scheinbar gerne.

Schreiben Sie einen Kommentar...

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.