Location, Licht und Look

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01 Wenn man mehr gutes Licht findet, als man erwartet hat

Diese Aufnahmeserie sollte spontan entstehen. Deshalb gingen Ana Isabel, die schon geschminkt zur Aufnahmesession erschien, Alexander und ich zunächst auf Locationsuche. Es war ein sehr sonniger Vormittag und wir kamen mit unserem Fahrzeug an der alten Wache Süd in Gelsenkirchen vorbei. Das Vordach über dem Treppenaufgang und die Glastür reizten mich, ich dachte gleich über eine Spiegelung nach. Wir parkten und luden unser Equipment aus. Nachdem ich mir die Situation an der Eingangstür angesehen hatte, musste ich leider meine Idee mit der Spiegelung verwerfen, da es sich bei der Tür um eine doppelverglaste Tür handelte, die ein zweifaches Spiegelbild erzeugt hätte. Da der Raum hinter der Scheibe im Dunkeln lag, wäre das Spiegelbild auch nur sehr schwach und das Doppelbild zu irritierend gewesen. Dann fiel mein Blick nach oben und im Vordach entdeckte ich mehrere Lichthauben. Diese wirkten wie sehr große Softboxen und stellten ein wunderbares Licht zur Verfügung. Aus dem Auto waren diese Hauben nicht zu erkennen gewesen und ich hatte mich schon auf eine Aufhellung per Blitz oder Reflektor eingestellt. Das Glas des rechten Flügels der linken Tür lag halb unter einer Lichthaube und spiegelte allerlei Grünzeug vom Grundstück wieder. Das sollte der Hintergrund für Ana Isabel werden.

Nachdem ich sie vor der Tür platziert hatte, wurde die Szenerie mit dem Belichtungsmesser ausgemessen und dann wurde der obligatorische Color Checker fotografiert. Die Aufnahmesession selber erwies sich als eine sehr entspannte Angelegenheit. Ana Isabel bot viele Posen an und so hatten wir schnell eine Menge Bildmaterial zusammen. Es entstanden noch weitere Motive an dieser Location, die wir teilweise mit Aufheller und Blitz unterstützten – hier in diesem Lichtmeer war dies jedoch überhaupt nicht nötig.

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Die Location in der Detailansicht. Die Lichthauben sind gut zu erkennen.

Nach der Bildauswahl in Lightroom entwickelte ich das Foto und nahm dabei folgende Einstellungen vor:

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Der Weißabgleich wurde mit dem fotografierten Color Checker durchgeführt. Die Lichtsituation durch die Haube war wie ein Streiflicht aus einer Softbox, die über dem Model hängt und an dessen hinterem Rand das Model steht. Die große, nach vorne ausladende Fläche dieses Lichtformers umspülte das Gesicht mit Licht, so dass keine Aufhellung nötig war. Der Schatten unter ihrem Kinn zeigt dies deutlich.

Durch die leicht angehobene Belichtung hellte ich den Hautton auf, nahm aber mit dem Regler Lichter die leicht hellen Stellen auf Stirn und Wangen zurück. Mit dem Regler Tiefen hellte ich das Oberteil auf und gab dem gesamten Foto über den Regler Schwarz seinen Kontrastumfang zurück. Im HSL-Bereich von Lightroom korrigierte ich den Hautton und in den Bereichen Schärfen und Rauschreduzierung nahm ich die gezeigten Einstellungen vor.

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In Photoshop rief ich dann den NIK-Filter Define auf und ließ ihn in seinen Standardeinstellungen durchlaufen. Die gesamte Lichtsituation hatte zur Folge, dass die vordere Hand, die rechte Schulter des Models (im Bild die Linke) und der hintere Arm zu hell waren und farblich nicht zum Gesicht passten.

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Die tonalen Probleme treten hier deutlich hervor.

Zur Angleichung erstellte ich eine Einstellungsebene Tonwertkorrektur und stellte den Ebenenmodus auf Luminanz, um nur die Helligkeitswerte und nicht die Farben zu beeinflussen. Es ist wichtig vor Farbanpassungen immer die Helligkeit anzupassen, da sich der Farbeindruck bei geänderter Helligkeit verändert. Dann öffnete ich das Menü in der Ebenenpalette und klickte auf Neue Gruppe aus Ebenen. Danach wählte ich die hellen Hautteile mit dem Schnellauswahlwerkzeug aus und klickte auf das Symbol für Maske hinzufügen. Es entstand eine Gruppenmaske, die später auch noch auf die Farbkorrektur wirken sollte. Doch zunächst nahm ich die Helligkeitseinstellungen in der Tonwertkorrektur mit den abgebildeten Werten vor.

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Ebenen

Abschließend erstellte ich eine Einstellungsebene Farbbalance, wählte bei Farbton Mitteltöne aus und passte die Farbe an. Gelb/Blau ist hier immer im Spiel, Cyan/Rot und Magenta/Grün können (müssen aber nicht) alleine zum richtigen Ergebnis führen. Eine Schärfung rundete diese Bildbearbeitung ab.

Farbbalance

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Model, Hair und Make-up: Ana Isabel; Assistent und Location-Fotos: Alexander Irmer; Zeit: 1/250; Blende: f 7,1; ISO: 800

 

 

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