Nachtaufnahmen

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Eine interessante Darstellungsform in der Fotografie sind sogenannte Nachtaufnahmen. Obwohl häufig in der Dämmerung, während der blauen Stunde aufgenommen, werden sie trotzdem als Nachtaufnahmen bezeichnet. Tabellen zur Belichtung können nur eine ungefähre Richtung für die gewünschte Belichtung festlegen. Exakte, vorvisualisierte Belichtungen kann man nur mit einem Spotbelichtungsmesser realisieren. Und damit ist es ganz einfach. Das Musiktheater in Gelsenkirchen soll hier der Verdeutlichung dienen.

Richtige Belichtung

Eine richtige Belichtung gibt es ja in der bildnerischen Fotografie im Gegensatz zur Reprografie nicht. Gemeint ist hier die Belichtung, die das Ergebnis hervorbringt, das wir uns als Fotograf vorgestellt haben. Niemand hat dies so eindrucksvoll formuliert und in seinen Fotografien dargestellt wie Ansel Adams. Sein Zonensystem beruht auf den sensitometrischen Gegebenheiten von Film und Fotopapier. Daher hat er sein Material eingetestet, so dass eine bestimmte Helligkeit im Motiv nach der entsprechenden Belichtung und Entwicklung mit einem korrespondierenden Helligkeitswert in der Ausgabe übereinstimmte. Gleichzeitig hat er durch verstärkende oder abschwächende Entwicklung den Kontrastumfang in der Aufzeichnung auf Film gesteuert. Die HDR-Fotografie ist eine Möglichkeit, in der Digitalfotografie ähnliche Ergebnisse zu erreichen.

Meist ist zur Aufzeichnung jedoch keine HDR-Technik notwendig, um den bestehenden Kontrastumfang im Foto unterzubringen. Wichtig ist nur, dass wir den Kontrastumfang des Sensors optimal ausnutzen. Dazu muss der kritische Bereich, die Lichter, die Ausgangsüberlegung für unsere Belichtung sein. Durch eine Belichtungsreihe einer Graukarte kann man herausfinden, bei wieviel Blenden Überbelichtung der Sensor anfängt zu clippen, d.h. wann er beginnt, die Lichter zu beschneiden. Bei der Kamera, mit der diese Aufnahmen entstanden sind, ist dies ein Wert von knapp 4 Blenden. Wenn ich nun im Motiv mit einem Spotbelichtungsmesser einen Lichterbereich anmesse und auf diesen Wert belichten würde, dann entspräche die Helligkeit des Tonwerts im Foto einem mittleren Grau. Da ich diesen Motivbereich aber als einen Lichterbereich wiedergeben möchte, wende ich eine Überbelichtung von 3 2/3 Blenden an, um den gemessenen Tonwert im Lichterbereich zu platzieren und die Lichter noch nicht beschneiden zu lassen.

Bei dem oben gezeigten Foto habe ich folgendes gemessen und belichtet:

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Die rote Markierung symbolisiert das Messfeld des Spotbelichtungsmessers. Die einzelne Lampe an der Vorderfront neben der Tür im linken Drittel des Fotos hatte einen fast identischen Wert. Die Messung ergab 1 1/3 Sekunde bei Blende 22. Dies hätte die Lichter mit einem mittleren Helligkeitswert wiedergegeben und das gesamte Foto wäre zu dunkel geworden. In Kenntnis des Clipping-Punktes meiner Kamera habe ich diesen Wert um 3 2/3 Blendenwerte erhöht und bei 15 Sekunden mit Blende 22 belichtet. Die Schatten wurden in der Bildbearbeitung noch geringfügig aufgehellt, da der gesamte Kontrastumfang des Fotos noch nicht ganz nach meinen Vorstellungen wiedergegeben wurde. Wenn einzelne Lichter im endgültigen Foto auch weiß wiedergegeben werden können, ist eine Messung auf sehr helle Lichterflächen, die noch Zeichnung aufweisen sollen, zu empfehlen.

Beim folgenden Beispiel bin ich so vorgegangen:

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Gemessen wurde auf die markierte Stelle. Der Messwert betrug 1 2/3 Sekunden bei Blende 22. Da ich auf jeden Fall Zeichnung in der markierten Fläche haben wollte, belichtete ich nur 3 1/3 Blende über und landete bei 15 Sekunden und Blende 22.

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Im letzten Beispiel lag der Messwert in der Mitte der weißen Wand im Hintergrund und das Verfahren war wie beim vorherigen Bild.

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